Abendmahl

 

 Wir feiern ABENDmahl - morgens um 10 Uhr, mit den Worten Jesu von damals, als er bequem auf Polstern liegend mit seinen Freunden das Passamahl gefeiert hat. (Zu finden in der Bibel im Buch Lukas Kapitel 22,7 - 20)

Auch wir sitzen in unserer Evangelischen Kirche bequem auf gepolsterten Stühlen. Und dann heißt es: „Kommt, schmecket und sehet wie freundlich der HERR ist.“ Alle GottesdienstbesucherInnen machen sich auf den Weg und bilden einen großen Kreis um den Tisch des Herrn.

Ob die Freunde Jesu sich damals untereinander gut kannten? Ob sie alle im ähnlichen Alter waren, gesund oder krank, gläubig oder zweifelnd, traurig oder voller Zuversicht? Wir wissen es nicht.

Bei unserer Abendmahlsfeier wissen wir auch nicht immer, mit wem wir da im Kreis stehen. Manche Menschen kennen wir, andere weniger, manche gar nicht. Keiner würde so eine Gemeinschaft zu sich nach Hause einladen. Jesus schon. Er lädt uns ein.
Auch Kinder, sogar Kleinkinder sind willkommen, nachdem ihnen im Kindergottesdienst die Feier des Heiligen Abendmahls erklärt wurde. So hat es unsere Badische Landeskirche 2001 beschlossen.
Gläubige anderer Konfessionen sind bei uns ebenfalls herzlich eingeladen. Da folgen wir Jesu Beispiel. Bei ihm gab es keine Kontrolle, keine Zurückweisung oder gar Ausgrenzung.

Abendmahlsbrot
„In der Nacht, da unser Herr Jesus verraten ward, nahm er das BROT, dankte und brach’s und gab’s seinen Jüngern.“

Brot - bei uns gibt es Dinkeltoastbrot, schmeckt gut und vertragen mehr Menschen als weißes Mehl. Für Menschen mit Zöliakie bieten wir auch spezielle Oblaten an, so dass möglichst alle mitfeiern können.

Dann nahm er den KELCH."

Abendmahlskelch

Welche Sorte Wein und wieviel Prozent wissen wir nicht. Wir trinken bewusst weißen Traubensaft! Das vertragen Kinder und Erwachsene, die Medikamente einnehmen müssen, oder Menschen, die keinen Alkohol mögen. Weißer Traubensaft hat zudem nicht die Farbe von Blut.

Ich frage mich als Pfarrerin: Würde Jesus gerne bei uns mitfeiern?
Mir ist es wichtig, Abendmahl mit verständlichen Worten, mit freundlichen Gesten und dem Gefühl zu feiern: Hier bin ich willkommen!

Doch ich weiß auch: eine Abendmahlsfeier kann verunsichern. Wie muss ich nach vorne gehen? Wie stehe ich da? Was sage ich, wenn ich Brot bekomme mit den Worten „Brot des Lebens für dich“ und wenn ich Traubensaft erhalte mit den Worten „Kelch des Heils für Dich"? *Ein einfaches ‚Amen‘, oder ‚so sei es‘ genügt! Auch bei Jesus gab es keine Regieanweisung. Einfach da sein, sich von Jesus beschenken lassen und gestärkt gehen dürfen.

„Solches tut, sooft ihr’s trinket, zu meinem GEDÄCHTNIS.“

Sooft: Wir erinnern uns an Jesu letztes Mahl in der Regel ein Mal im Monat. Dazu nehmen wir uns Zeit. Abendmahl ist kein Fast Food - es ist eine Heilige Zeit, die Ruhe braucht. Gott will uns Menschen nahe kommen. Das können wir nicht erzwingen, nur erbeten und Raum geben. Unsere Abendmahlsfeier bleibt ein Mysterium (in Brot und Kelch).

Und dann schauen wir uns im Kreis um und entdecken Schwestern und Brüder, die, wie ich auch auf der Suche sind, nach einer Gemeinschaft, die trägt, die auf der Suche sind nach tröstenden Gesten, nach einer stärkenden Wegzehrung für die kommende Zeit, nach der Möglichkeit, Schuld einzugestehen und ablegen zu dürfen, nach hoffnungsvollen Worten, nach Zuversicht und dem Versprechen Jesu:
„Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt. So geht hin im Frieden des Herrn.
AMEN"

Ihre Pfarrerin Katharina Wendler